Geschichte des Jugendstils





Der Begriff Jugendstil stammt natürlich aus Deutschland. Doch er ist auch im Ausland gebräuchlich. Auch im englischsprachigen Raum versteht man daher gleich, was mit „Jugendstil“ gemeint ist. Was genau steckt hinter dem Begriff? Und wie lässt er sich vom Vorläufer Historismus abgrenzen?






Titelseite der Zeitschrift Jugend

Titelseite der Zeitschrift "Jugend" 1906

Der Begriff Jugendstil ist vor allem in den skandinavischen Ländern, dem Baltikum und den Benelux-Staaten gebräuchlich. Ihren Namen hat die Jugendstil-Epoche der 1896 gegründeten Münchener Kulturzeitung „Jugend“ zu verdanken, welche den Begriff des Jugendstils in ihren Publikationen prägte. Ebenfalls prägend für die Entwicklung des Jugendstils waren die zeitgenössischen Zeitschriften Münchner Simplicissimus und die Berliner Zeitschrift Pan.

 

Der Begriff “Jugendstil” ist überwiegend im deutschsprachigen Raum bekannt und geläufig, aber auch in den Niederlanden, Lettland und den Nordischen Ländern verbreitet. Weitere Bezeichnungen für den Jugenstil sind beispielsweise Art Nouveau, Modern Style oder Wiener Secession.

Tieferer Inhalt des Jugendstils

Jugendstil-Bild des Künstlers Mucha Ziel und Aufgabe des Jugendstils war eine Verschmelzung von Kunst und Leben. Dies geht aus zahlreichen Jugendstil Malereien und künstlerischen Arbeiten im Allgemeinen hervor. Eine Wiedereinbeziehung der Kunst in das alltägliche Leben findet in vielen Jugendstil Möbelstücken ebenso Anwendung wie in Gemälden. So wurde in der Epoche des Jugendstils das erste Mal Werbung durch Poster und Plakate betrieben, die von damaligen Künstlern und Designer gestaltet wurden. Moderne Drucktechniken vereinfachten die Vervielfältigung dieser „Massenkunstwerke“. Alltag und Kunst sollten miteinander versöhnt werden und sich gegenseitig beeinflussen. Dies sollte aus Gemälden des Jugendstils ebenso hervorgehen wie aus der zeitgenössischen Architektur. Kunst sollte im Alltag erlebbar gemacht und veranschaulicht werden, sozusagen zu einem zentralen Teil des alltäglichen Lebens gedeihen.

Jugendstil und Historismus

Bild von Cole Thomas

Cole Thomas

Der Jugendstil lässt sich geschichtlich zwischen dem Historismus und der modernen Kunst eingliedern. Der Historismus ahmte ältere Stilrichtungen nach, wobei neben der Architektur der klassischen Antike auch andere Epochen mit in den Stil einflossen. Im Vordergrund stand weniger Funktionalität, als Repräsentation. Ende des 19. Jahrhundert läutete der Jugendstil jedoch das Ende des Historismus ein. Dabei sollte aber auch erwähnt werden, dass nicht alle Künstler sich dem Jugendstil anschlossen. Die Jugendstilbewegung war doch eher eine sehr junge Gruppe von Jugendstil Künstlern, so dass man nicht sagen kann der Jugendstil wäre eine in sich geschlossene Bewegung gewesen, wie es heute den Anschein hat.

Der Jugendstil verstand sich als bewusste Gegenströmung zu mit Dekorationen überladenen Kunstprodukten, die – auf Grundlage der industriellen Revolution – in großer Stückzahl maschinell hergestellt werden konnten. Ornamente wurden zwar noch verwendet, allerdings ohne historischen Bezug, und mit dem Beginn des Jugendstils verbreiteten sich zunehmend weniger aufwändige Baustile.


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